Zombie Flashmob … wir waren da
Ein TV-Bericht von vor ein paar Jahren hatte mich auf „Flashmobs“ aufmerksam und neugierig gemacht. Die vielen im Internet existierenden Videoschnipsel haben richtiges Interesse hervorgerufen. Die zum Teil genialen Ideen finde ich einfach super.
Solch einen Flashmob wollte ich gerne mal live erleben. Da kam der Zombie Flashmob, letzten Samstag in Berlin am Potsdamer Platz, ganz gelegen.
In meinem Kopf formierte sich eine entsprechende Vorstellung, wie dieser Mob aussehen würde … und genau mit diesen Vorstellungen bin ich dann am Samstag auch dahin.
So einen Flashmob über das Internet zu organisieren ist sicher nicht einfach. Den Aufruf ins Netz zu stellen zwar schon, aber das entsprechend Public zu machen um eine große Anzahl ein potentiellen Teilnehmern zu erreichen ist schon eine eher schwierige Aufgabe.
Dann noch eine Choreographie einzustudieren, stelle ich mir auch nicht einfach vor.
Eine Firma zu finden, die mit Materialien (hier Blutkapseln) das Event unterstützt, muss auch erst mal gefunden werden.
Insofern habe ich vor den „Machern“ und Teilnehmern großen Respekt.
Dennoch bin ich mit dem Gedanken „dafür bin ich jetzt hier her gefahren?“ wieder gegangen. Im Internet liest man durchaus Artikel von begeisterten Mitmenschen und Applaus gab es letztendlich von vielen ja auch, ich war aber enttäuscht.
Wie gesagt, ich habe Respekt vor den Teilnehmern und möchte hiermit keinem auf den Schlips treten … das sind allein meine Empfindungen.
Ich kann ja mal ein wenig beschreiben wie der gesamte Nachmittag so war:
Da ich ungern alleine unterwegs bin habe ich meine Frau und meine Kleine mitgeschleppt.
Gerade in Bezug auf Xenia wollte ich das aufgrund der Thematik ursprünglich ja nicht, allerdings gab es im Vorfeld Überlegungen die uns dann doch dazu brachten sie mitzunehmen:
Zum einen fand dieser Flashmob am helllichten Tage auf einem öffentlichen Platz statt. Die Wahrscheinlichkeit das dort auch andere kleine Kinder da sind, war groß. Zudem würden die Darsteller ja nicht Zombietypisch irgendjemanden in den Arm oder ins Bein beißen und Fleisch herausreißen.
Einzig das schreiende Mädchen, welches Bestandteil des Flashmobs sein sollte, hätte etwas Angst machen können … aber da hätte meine Frau mit unserer Kleinen auch schnell verschwinden können … das Gelände des Potsdamer Platzes bietet hier ja genug Möglichkeiten.
Also sind wir hingefahren.
15:30 Uhr war Treff der Teilnehmer, 16:00 Uhr sollte es losgehen. Knapp 15:45 sind wir angekommen … und mussten schon grinsen als wir die Meute an ihrem Treffpunkt gesehen hatten.
Ich wollte das Event filmen und hatte extra die Kamera dabei. Aber was passierte frei nach Murphy? Richtig! Die Kamera meinte nicht filmen zu wollen.
Display aufgeklappt, Kamera eingeschaltet, kurz ein Bild gesehen und dann stand da etwas von (in Englisch) „Drücke bitte den RESET Knopf“.
Öhmm … wo ist denn bitte hier der RESET Knopf? Hier geschaut, da geschaut, diverse Klappen und Blenden, die normalerweise die Anschlüsse schützen sollten, abgemacht … es war aber kein RESET Knopf zu finden.
OK, Kamera aus und wieder an … selbes Spiel … RESET Knopf soll gedrückt werden.
Noch mal nachgeschaut … und RESET Knopf endlich entdeckt … wobei das kein Knopf war, sondern mehr ein Loch, in dem man einen spitzen Gegenstand stecken muß. Hatten wir aber nichts dergleichen bei.
Also ein paar Touristen angesprochen … und tatsächlich, man konnte uns helfen! RESET betätigt, Kamera geht aus … geht an … zeigt ein Bild … und wieder die „RESET Knopf drücken“ Meldung.
Kamera aus … ein … nochmaliger Versuch … selbes Ergebnis.
Half alles nichts, die Kamera wollte einfach nicht. Selbst ein Akkuwechsel brachte nichts. Und die Kassette (wir haben eine MiniDV Kamera) lies sich gar nicht erst wechseln. Die Auswurfmechanik summte nur vor sich hin, machte aber nichts weiter. Vermutlich stimmte mit dieser Mechanik was nicht, weshalb die Kamera vermutlich auch die Aufnahme verweigerte.
Also ohne filmen.
Auf dem Potsdamer Platz standen 2 große Musikboxen und ein paar Zombies daneben … das versprach eine ordentliche Musikuntermahlung, die es ja ohnehin dazu geben sollte. Geplant war zudem eine Choreographie zu Michael Jacksons „Thriller“.
Wir hatten uns auf dem Platz positioniert und warteten. In knapp 10 Minuten sollte es losgehen.
Die Grünen hatten an dem Tag auf dem Platz auch noch eine kleine Bühne aufgebaut und versuchten ein wenig Wahlwerbung zu machen. Hat aber keinen Interessiert. Man sah schon dass etliche Leute nur wegen der Show da waren und warteten.
Ich hatte gerade getwittert dass es in 8 Minuten losgehen würde, als sich die ersten Zombies auf dem Platz hinlegten. Mein erster Gedanke „Oh, die wollen da 8 Minuten auf dem kalten Platz liegen. Nierenentzündung Hallo!“.
Sie lagen aber keinesfalls so lange, denn ein paar Sekunden später standen sie plötzlich auf und torkelten zu einem Ort. Vermutlich dem Ort, wo das Mädchen warten und dann los schreien sollte. Und tatsächlich … ein Aufschrei halte über den Platz. Und dann konnten wir das „Mädchen“ sehen.
Nun, es gibt ja (ältere) Mitmenschen, die junge Frauen durchaus auch noch als „Mädchen“ bezeichnen. Das war damit wohl gemeint, denn die Darstellerin war alles andere als ein Mädchen. Jung ja, Mädchen nein. War aber jetzt auch nicht tragisch … ein wirklich kleines Mädchen dazu zu bewegen mitzumachen wäre sicher eine schwierige Aufgabe gewesen.
Komisch war nur, dass die grusselige Musik fehlte. Probelauf? Nicht bei einem Flashmob!
Knapp eine Minute nach Beginn sah ich hinter der Zombiemeute Hände hoch gehen … und das sogar relativ rhythmisch. Wurde da etwa bereits die Choreographie aufgeführt?
Schnell mal hin: Tatsächlich, da tanzten ein paar Zombies … und mit ganz viel Konzentration konnte man auch ein Geräusch ausmachen, was hätte durchaus Musik sein können. Es war aber absolut nicht heraus zu hören ob es tatsächlich „Thriller“ von Michael Jackson war. Jedes neuere Handy hätte mehr krach gemacht.
Keine weitere Minute war dann das Spektakel auch schon vorbei … es war immer noch nicht 16:00 Uhr.
Das war enttäuschend. Keine Musik zu hören, die Choreographie war von unserem Standort schlecht zu erkennen da die restlichen Zombies einfach mal im Weg waren und zu kurz war das ganze Spektakel auch.
Und dann war da noch die Tatsache, dass es noch nicht 16:00 Uhr war.
Ihr fragt Euch sicher warum ich darauf so herumreite? Ganz einfach: Gerade als wir im Gehen begriffen waren tauchten noch andere Zombies auf, die dort mitmachen wollten. Alle hatten angenommen dass es, wie angekündigt, erst 16:00 Uhr losgeht. Noch mehr Leute wären sicher witziger gewesen … aber diese Zombies hatten einfach keine Chance bekommen mitzuwirken.
Letztendlich war es aber auch egal. Wo wir schon mal am Potsdamer Platz waren, waren wir auch gleich in einem italienischen Eiskaffee und haben lecker Eis gegessen. So was habe ich schon lange nicht mehr gehabt: nicht nur das Eis war lecker, auch die zu Blüten geschnitzten und in Massen vorgekommenen Früchte waren super lecker





