Hier nun mein Bericht bezüglich Geocaching und iPhone.
Um mein Fazit gleich vorne Weg zu nehmen: Das iPhone als alleiniges Gerät fürs Geocachen ist aus meiner Sicht eine Katastrophe und geht gar nicht. Als Hilfsmittel, um möglichst papierlos zu arbeiten, ist es allerdings sehr gut geeignet.
Das größte Problem am iPhone ist seine Akkulaufzeit. Wer das Gerät schon mal längere Zeit am Stück in Betrieb hatte weiß, das der Akku schnell leer ist. UMTS, WiFi, GPS Chip und nicht zuletzt die Hintergrundbeleuchtung saugen kräftig. Deshalb war meine Vorstellung auch, so viel wie Möglich abzuschalten um Strom zu sparen. Der Einstellungsdialog vom iPhone bietet mir hier die Möglichkeit das Telefon in den so genannten “Flugmodus” zu versetzen, den “Ortungsdienst” zu deaktivieren und die WiFi Funktion auszuschalten.
Der Flugmodus nimmt das Telefon vom Netz (kein telefonieren und kein Datentransfer über UMTS/EDGE mehr möglich) und deaktiviert viele Funktionen. Bisher habe ich diese Funktion daheim am Abend benutzt. WiFi, wenn aktiviert, funktionierte auch noch im Flugmodus und so kann ich bequem vom Sofa aus im Internet surfen aber dank Flugmodus Akku sparen. Das wollte ich auch unterwegs nutzen, denn ich habe in meiner Naivität geglaubt, das ich im Flugmodus nicht nur das WiFi extra ein- und ausschalten kann, sondern auch den “Ortungsdienst” und damit den GPS-Chip. Mein Vorhaben war also: Telefon in den Flugmodus (um UMTS/GSM abzuschalten), WiFi aus (habe ich unterwegs nicht), Ortungsdienst an (damit ich GPS nutzen kann) und alle Daten und Karten offline nutzbar machen.
Der andere Gedanke war, das ich zwar eine Datenflatrate habe, die Verbindung aber nach einem gewissen Verbrauch im Monat gedrosselt wird. Ich wollte vermeiden das durch ständiges Nachladen von Kartenmaterial aus dem Internet der Datenverbrauch so in die Höhe schießt, dass ich an dieses Limit ran komme. Mal ganz davon abgesehen das ich ja gar nicht abschätzen konnte, ob ich immer und überall guten Netzempfang habe (Funkloch).
Das erste Problem, welches auftauchte, war, das im Flugmodus der GPS-Chip deaktiviert wird und damit nicht zur Verfügung steht. Ich durfte also das Telefon gar nicht in den Flugmodus bringen … sonst funktionierte das Navigieren nicht mehr.
Etwas ärgerlich, aber kein Hindernis. Die UMTS Funktionalität lässt sich extra deaktivieren … das Problem ist nur, das dann automatisch EDGE über das GSM Netz benutzt wird. Also musste auch die EDGE Funktionalität ausgeschaltet werden. Das bringt zwar keinen Vorteil bzgl. Akku, sehr wohl aber verhindert es den Datentransfer über das Handynetz.
EDGE zu deaktivieren funktioniert aber nur, wenn man das Telefon gejailbreakt hat. Ich gebe zu, das habe ich schon vor einiger Zeit getan, insofern war es recht einfach EDGE zu deaktivieren.
Die Daten und Karten offline verfügbar zu machen war auch kein Problem, aber darauf gehe ich ein, wenn ich die von mir benutzten Programme vorstelle:
Geocaching der Groundspeak Inc. (App-Store)
Die Seite geocaching.com ist eine der größten Cache-Datenbanken weltweit. Hier kann man nach Caches suchen und sich die Beschreibungen, Koordinaten, Hinweise und Logbucheinträge durchlesen. Die Software “Geocaching” greift nun auf diese Datenbank zu. Man kann mittels iPhone nach Caches suchen (auch mit Hilfe des gerade aktuellen Standortes!) und sich genau diese Beschreibungen etc. anschauen.
Das schöne ist, das man sich die Beschreibungen zu den Caches offline verfügbar machen kann und somit die Informationen schnell griffbereit hat. Also genau das, was ich brauchte
Die Software bietet auch eine integrierte Navigationsmöglichkeit … über Kartenmaterial des Projektes “OpenStreetMap” oder über einen Kompass (der natürlich nur GPS basiert arbeitet). Leider lassen sich die Karten nicht zwecks Offline-Nutzung speichern … um die Navigation ordentlich zu nutzen muss also eine dauerhafte Datenanbindung her. Das ist der größte Nachteil.
Der Kompass ist manchmal zu gebrauchen da er bei Bewegung steht’s die Richtung,, in die man laufen muss, ordentlich anzeigt. Er richtet sich auch anhand der Laufrichtung selbständig aus (man muss also nicht wissen wo Norden ist) … allerdings: Läuft man in die Nähe eines Caches etwas langsamer, so “springt” der Kompass nur hin und her, da er bei Unterschreitung einer bestimmte Geschwindigkeit die Richtung nicht mehr errechnen kann.
Mit dieser Software ist es leider auch nicht möglich, MultiCaches ordentlich zu verwalten. Hier kommt man um andere Software oder Stift und Papier nicht drum rum.
GCBuddy von BtStSoft (App-Store)
GCBuddy springt genau da ein, wo Geocaching aufhört. Mit GCBuddy lassen sich alle Arten von Caches … also auch MultiCaches … verwalten. Hier können Formeln verwaltet und Notizen gespeichert werden, was allerdings sehr umständlich ist, da die Caches manuell gepflegt werden müssen. Eine Übernahme aus der großen Datenbank von geocaching.com ist nicht möglich. Auch eine Bearbeitung am PC um dann die Daten in GCBuddy zu importieren habe ich nicht gefunden. Also sucht man sich erst die Daten mit Geocaching raus um sie offline zu speichern und überträgt dann händisch Stück für Stück ein paar Daten in GCBuddy … doppelte Datenerfassung sozusagen. Ich habe mir nicht die Mühe gemacht auch noch die Cachebeschreibungen zu übertragen, sondern nur die grundlegenden Daten.
Spannend ist, sollte man mit dem Auto geocachen sein, das man sich die Parkposition an Hand der aktuellen GPS Daten speichern kann. So findet man das Auto bestimmt wieder
GCBuddy bietet eine Schnittstelle zu 3 anderen Programmen, mit denen dann die Navigation möglich ist.
iGCT (Geocaching Toolkit) von BtStSoft (App-Store)
Dieses Toolkit haben wir bei unserer ersten Tour nicht benötigt. Letztendlich ist es eine Hilfe vor Ort und vor allem für Caches welche mit Rätseln und Aufgaben versehen ist. Ich will jetzt nicht näher drauf eingehen … wer wissen will, was es alles kann, darf gerne im iTunes-App-Store danach suchen
MotionX-GPS-Lite von MotionX (App-Store)
Diese Anwendung ist vielfältig einsetzbar. Nebst zu definierenden Wegpunkten und einem Kompass besitzt es auch eine kleine Navilösung mittels Kartenmaterial. Auch hier ist es leider so das a) der Kompass sich zwar beim gehen so anpasst, das man immer weiß wo Norden ist, allerdings eben auch keine korrekten Daten angeben kann, wenn man eine gewisse Geschwindigkeit unterschreitet und b) das Kartenmaterial nicht offline zur Verfügung gestellt werden kann. Damit ist dieses Programm auch nur bedingt geeignet.
Geopher Lite von Geopher Tools (App-Store)
Diese Anwendung stellt nur einen Kompass dar. Mehr nicht. Ich muss zugeben dass dieser Kompass mich am meisten enttäuscht hat. Nicht nur das er sich bei Bewegung nicht anpasst und man dadurch das Gerät immer Richtung Norden ausrichten muss um die richtige Laufrichtung zu erkennen (hier muss also ein echter Kompass mitgeführt werden), es vergisst beim Beenden auch die zuletzt eingegebenen Koordinaten … und manchmal muss man das Programm kurzzeitig beenden um eines der anderen zu starten.
Geopher Lite ist im Übrigen eines der Programme, zu dem GCBuddy eine Schnittstelle hat … das Programm wird dann aus GCBuddy heraus mit den Koordinaten gefüttert.
OfflineMaps (Cydia)
Wie der Name schon sagt, kann man hiermit Karten offline zur Verfügung stellen … das aber auch nur über einen Umweg und es stellt die Karten nicht selbst dar, sondern füttert damit die auf dem iPhone installierte “Karten” Anwendung.
Die Karten selbst stellt man zuerst mit einem speziellen Javabasierten Programm auf dem PC zusammen, kopiert sie dann auf das iPhone (bspw. über den iPhoneBrowser) und kann dann mittels OfflineMaps diese Karten “aktivieren”.
Und das funktioniert sogar sehr gut. Schaltet man beim iPhone alles ab, was irgendwie eine Datenanbindung nach draußen anbietet, so kann man durch OfflineMaps dennoch in den Karten navigieren und zoomen.
Eigentlich toll … aber nur eigentlich, denn was nützt einem eine Offlinekarte mit der man nicht an Hand von Suchkriterien navigieren kann? Und genau hier ist das Problem. Versucht man nun einen Ort bspw. mit den vom Cache bekannten Koordinaten zu finden, meldet das Programm nur “Verbindung zum Internet konnte nicht hergestellt werden.” Suuuupper.
xGPS (Cydia)
xGPS ist eine Navigationsanwendung mit der man eine erste richtige Navigation mit Sprachausgabe etc. vorliegen hat. Die Anwendung nutzt ebenfalls das Kartenmaterial von Google und auch hier ist es möglich dieses Material offline zur Verfügung zu stellen. Und leider ist es auch hier so, das eine Navigation nur mit einer aktiven Internetverbindung funktioniert
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Trails von Felix Lamouroux (App-Store)
Trails wirbt mit “… EINZIGES APP, das es Ihnen erlaubt Pfade AUFZUZEICHNEN, ZU EXPORTIEREN UND ZU IMPORTIEREN …”. Das hab ich jetzt nicht geprüft, spannend waren aber folgende Merkmale: “… OpenStreetMap Karten … Offline-Karten …”.Es war gar nicht schwer die Karten direkt am iPhone offline verfügbar zu machen. Das Blöde ist nur, dass ich zwar Pfade aufzeichnen aber keine Wegpunkte manuell setzen kann um dann dahin zu navigieren. Genau das ist aber das, was benötigt wird. Die einzige Möglichkeit Wegpunkte manuell zu setzen ist, einen Pfad am PC zu erstellen und diesen dann zu importieren. Das funktioniert aber nur, wenn ich vor einer Tour genau weiß wohin ich will. Spätestens wenn aber ein Multicache ins Spiel kommt oder man spontan cachen möchte bringt einem das nichts mehr.
Ihr seht, nicht wirklich das Ware. Ohne aktiver Internetverbindung keine Navigation möglich. Mit Verbindung steigt aber der Datenverbrauch und der Akku ist schneller alle. Außerdem ist man ständig dabei die Anwendungen zu beenden und die nächste zu starten, da es ja leider keine eierlegende Wollmilchsau-Anwendung gibt die alles kann und dem iPhone Multitasking fehlt. Das ist dann mit Wartezeit verbunden, da die Anwendungen ja auch nicht super schnell starten.
Was ich noch nicht erwähnt habe ist, das sowohl OfflineMaps als auch xGPS die Google-Straßenkarten verwenden. Straßenkarten sind aber für eine Wanderung in der Botanik nicht geeignet … hier müssen topografische Karten her. xGPS kann zwar auch mit diesen arbeiten, aber auch nur mit denen, die Google zur Verfügung stellt … und die sind nicht sehr gut. Sehr gut sind allerdings die des OpenStreetMap Projektes (zumindest für die Gegend, in der wir unterwegs waren) und da wäre ja die Geocaching Software selbst prädestiniert (nur offline fehlt hier halt) oder Trails (bei dem man leider keine Wegpunkte manuell setzen kann).
Am besten war dann tatsächlich das GPS-Gerät von Garmin, welches wir bei hatten … schon weil hier auch ein elektronischer Kompass bei ist, der eben auch ohne Bewegung weiß wo Norden ist! Das Kartenmaterial war auch sehr gut und dank normaler Batterien hätten wir ggf. auch schnell ne neue Stromquelle da gehabt.
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