So, es wird mal wieder Zeit etwas ausführlicher auf ein Thema in Bezug auf unsere Kleine einzugehen. Diesmal ist das Schlafen bzw. das Ein- und Schlafverhalten dran. Ich werde dazu auch noch mal Vergangenes aus alten Artikeln kurz zusammenfassend Beschreiben, damit die Zusammenhänge zur aktuellen Situation besser hergestellt werden können.
Der allgemeinen Empfehlung entsprechend hatte unsere Tochter von Geburt an (bis auf wenige Ausnahmewochen) in ihrem eigenen Bett aber in unserem Schlafzimmer geschlafen. Sie hatte sich recht schnell daran gewöhnt, so dass wir eigentlich keine größeren Schwierigkeiten hatten. „Familienbett“ kam für uns nie in Frage. Einerseits, weil wir unseren Platz im Bett brauchten und Angst hatten, das wir mal über Xenia drüberrollen oder ihr anderweitig weh tun und andererseits, weil meine Schwester mit ihrem Sohn das perfekte negative Beispiel war. Der (nun nicht mehr ganz so) Kleine hat ewig im Elternbett geschlafen und wollte das auch nicht anders. Immer musste auch ein Elternteil mit ihm ins Bett gehen bis er eingeschlafen war. Konnte man ihm lange nicht abgewöhnen.
Im Herbst letzten Jahres meinte meine Frau mit dem Projekt „Kind im eigenen Kinderzimmer“ starten zu müssen und schob das Kinderbett einfach rüber in das Kinderzimmer. Als ich von Arbeit nach Hause kam, stand ich vor vollendeten Tatsachen.
Dabei war ich gar nicht mal damit so einverstanden.
Ich hatte mich nicht nur sehr daran gewöhnt Xenias nächtliche Geräuschkulisse um mich herum zu haben, nein, es hatte vor allem einen anderen Grund: meine Muffeligkeit.
Wenn ich müde bin und schlafen will, aber nachts aus dem Schlaf gerissen werde, bin ich schnell gereizt und habe absolut keine Geduld. Und hier lag ja die Gefahr. Wenn die Kleine nachts schreiend wach werden würde (was ja unterschiedliche Gründe haben kann) und ich dann ausgerechnet „Nachtschicht“ haben würde, dann wäre das keine Freude für die Kleine gewesen, wenn ich erst noch durch die Wohnung Richtung Kinderzimmer schlurfen müsste um sie dann erst beruhigen zu können. Schon gar nicht, wenn wir das Schreien erst über das Babyfon hören, welches erst ab einem gewissen Grad an Lautstärke reagiert. Spätestens dann hätte Xenia sich nämlich bereits ausreichend Wach geschrien und wäre um so schwerer wieder zum Schlafen zu bewegen gewesen.
Aber ich musste da durch, meine Frau hatte das entschieden und dieses Experiment konnte beginnen.
Es kam natürlich auch genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Xenia schrie sich wach und ich saß mit ihr auf dem Wippstuhl daneben und war richtig gereizt. Ich habe es sie aber versucht nicht spüren zu lassen … man sagt ja immer, dass Kinder die Stimmung der Eltern spüren. Dennoch war es jedes Mal extrem nervig und eine Probe meines Gemüts eben diese Gereiztheit Xenia gegenüber nicht zu zeigen.
Lange hatte dieses Experiment dann aber nicht gedauert und Xenia schlief wieder in unserem Zimmer. Inkonsequent? Mag sein, aber wir hatten auch einen Grund: Xenia war krank … und wer die Artikelserie „Neverending Story“ kennt weiß, das sich ihr Gesundheitszustand ja bis dato nicht besserte. Dadurch dass sie immer wieder eine verstopfte Nase hatte und viel husten musste, war das für uns eine Erleichterung dass sie in unserem Zimmer geschlafen hatte. Denn so ist sie sehr oft wach geworden und hatte insbesondere auf Grund der Hustenanfälle immer viel geschrien.
Das Kinderbett steht nun immer noch in unserem Zimmer, wird aber nur selten genutzt. Klingt merkwürdig? Nun, die Erklärung kommt jetzt:
Es gab plötzlich zunehmend Schwierigkeiten mit dem Einschlafen. Trotz festem Ritual und festen Zeiten wollte Xenia partout nicht einschlafen. Sie jammerte ständig und quetschte sich so manche Träne raus.
Wie verhält man sich hier? Das ist gar nicht so einfach. Meine Frau war und ist von der Idee des Buches „Jedes Kind kann schlafen lernen“ überzeugt. Kind 5 Minuten schreien lassen, wieder rein zum Beruhigen und zeigen, das man als Eltern noch da ist, dann für 7 Minuten raus und das Kind wieder schreien lassen, wieder rein usw. Quasi die zeitlichen Abstände zwischen den Beruhigungsversuchen immer länger werden lassen.
Ich konnte diese Methode von Anfang an nicht leiden. Mir tat und tut das Herz weh wenn sie so schreit. Mir ist zwar klar, das Kinder frühzeitig ihre Eltern austesten wie weit sie gehen können und bei Xenia war das auch oftmals kein richtiges weinen sondern nur ein Versuch uns wieder ins Zimmer kommen zu lassen, aber mein Herz meint nach wie vor das dieses Schreien, egal welchen Grund es hatte, nicht richtig ist.
So habe ich, wenn man der Meinung meiner Frau folgt, einen großen Fehler begangen: Ich habe Xenia mit in unser Ehebett genommen … und das nicht nur einmal. Regelmäßig. Es war für mich und Xenia einfach schön gemeinsam im Bett nebeneinander einzuschlafen und die Nähe des anderen zu spüren.
Plötzlich war und ist das Familienbett gar nichts Schlimmes mehr. Die vielen Ängste und schlechten Beispiele vorher waren Schall und Rauch. Meine Einstellung änderte sich zu „Pro Familienbett“.
Klar, jeder von uns hat insgesamt weniger Platz als vorher, aber man gewöhnt sich an alles. Oder sollte ich sagen, ich gewöhne mich an alles? Meiner Frau gefällt die Sache nämlich nach wie vor nicht … sie hat sich aber scheinbar damit arrangiert.
Eigentlich könnte man nun sagen „Ist doch alles schick, wenn es Euch gefällt“. Ja, eigentlich, aber alles verändert sich irgendwie.
Xenia macht wieder Probleme beim Einschlafen.
Egal wie sehr wir versuchen sie Nachmittags auszupowern (und das ist bei dem quirligen Charakter durchaus nötig) und egal wie müde sie zu sein scheint: ist sie im Bett meint sie das nun die Tobezeit auf den Matratzen beginnen kann.
Die Tatsache, dass die Fenster des Schlafzimmers in westlicher Richtung liegen und dadurch die Sonne und Helligkeit bis in den späten Abendstunden das Zimmer durchfluten, begünstigt das Verhalten von Xenia. Es ist jetzt nicht so, dass sie bei Helligkeit nicht schlafen könnte … den Mittagsschlaf macht sie ja auch nicht anders … aber abends suggeriert sie die Helligkeit mit Spielzeit.
Das Blöde ist aber eigentlich, das sie dabei auch die Angewohnheit hat mal aus dem Bett zu steigen und im Schlafzimmer Chaos anzurichten. Das Toben allein wäre ja sonst nicht so tragisch. Könnte man sie hinlegen und irgendwann käme sie zur Ruhe. Aber so geht das nicht, mal ganz davon abgesehen das sie auch mittlerweile erwartet das jemand von uns mit ins Bett kommt.
Bis Xenia dann endlich schläft können durchaus mal 1-1 1/2 Stunden vergehen. Und dann ist es meistens so spät, das man selber keine Lust mehr hat noch irgendwie einem Hobby nachzugehen. Also ist der ganze Abend dahin.
Das ist auf Dauer nicht sehr zufrieden stellend.
Also probiert meine Frau wieder die „Jedes Kind kann Schlafen lernen“ Methode um Xenia wieder an ihr Bett zu gewöhnen. Und ich muss mich dann steht’s irgendwo verkrümeln, damit ich das Geschreie nicht höre. Nur funktioniert diese Methode nicht (mehr?) wirklich. Xenia schreit sich dann irgendwann so in Extase, das sie richtig anfängt zu weinen und nur schwer wieder zu beruhigen ist. Also legt sich letztendlich doch wieder einer von uns mit ihr hin.
Ich muss zugeben keine Ahnung mehr zu haben was nun richtig und was falsch ist. Mein Herz sagt so mein Verstand so. Ich will nicht bestreiten den Fehler mit dem Ehebett begangen zu haben. Ich gebe auch zu es zwar sehr zu genießen aber auch zu bereuen. Insbesondere wenn es darum geht, das man ja nur abends wenige Stunden für Hobbys zur Verfügung hat und es extrem ärgerlich ist, diese dann bereits zwangsweise im Bett verbringen zu müssen.
Ich weiß auch nicht ob und wie wir eventuell das Abendritual ändern sollten, damit das mit dem Einschlafen vielleicht besser klappt.
Vielleicht hat ja jemand von Euch noch ein paar Tipps und Ideen.
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