Habt ihr schon mal süßen Grießbrei mit Würstchen gegessen? Ich auch nicht, unsere Tochter schon.
Letzte Woche war sie wegen ihrer Bronchitis zu Hause. Meine Frau hatte die Kleine betreut und zum Freitag eine Kartoffelsuppe gemacht. Leider mochte Xenia die Suppe nicht … sehr wohl aber die Würstchen die wir immer dazu essen.
Da noch genug von der Suppe übrig war, hatten wir uns so überlegt, dass wir Eltern die Reste am Samstag essen könnten. Für Xenia gab es eine Portion Grießbrei.
Tja, und wie wir es eben gewohnt sind, gab es auch diesmal zur Kartoffelsuppe Würstchen … und die hat uns Xenia nicht gegönnt. Als sie die Würstchen gesehen hatte, war ihr der Grieß erst mal egal. Sie wollte unbedingt Würstchen essen.
Also gaben wir ihr ein Würstchen. Und dann aß Xenia genüsslich abwechselnd mal vom Grieß und mal vom Würstchen. Das stellte ich mir irgendwie nicht sehr lecker vor, aber ihr scheint es geschmeckt zu haben. Nun ja, ich kenne auch jemanden der sich Nutella auf Leberkäse schmiert.
Und wenn ich schon vom Essen rede, kann ich auch mal einen Statusbericht bezüglich Xenia und Essen abliefern.
Die letzten Einträge handeln ja noch von der Breinahrung … klar das wir da nicht mehr sind. Und das ist auch gut so.
Es gab in der ersten Zeit, in der wir mit fester Nahrung angefangen hatten, leider ein paar Rückschläge. Angefangen hatte es damit, das Xenia selbst den zuvor noch gut gegessenen stückigen Brei nicht mehr wollte. Warum wissen wir nicht. Auch so was wie Brot verweigerte sie plötzlich, obwohl sie es zuvor gut gegessen hatte.
Das war schon blöd, wegen dieses Rückschlages wieder mehr Breigläschen für Kinder ab 4 Monate kaufen zu müssen. Außerdem führte diese Abneigung auch dazu, das Xenia eine ganze Weile im KiGa nichts zum Mittag gegessen hat. Aber was soll man machen. Mehr als ihr es immer wieder anbieten kann man ja eh nicht.
Als sie dann irgendwann wieder anfing auch stückiges Essen zu sich zu nehmen waren wir natürlich richtig froh. Wir konnten tatsächlich von Woche zu Woche die Anzahl an Breigläschen verringern … bis wir diese nur noch „als Notfallration“ einkauften.
Allerdings trat dann recht schnell ein neues Problem auf. Xenia beschränkte sich auf sehr wenige Lebensmittel. Mir ist bewusst dass dies für Kinder durchaus normal ist, aber es schränkte halt bei der Auswahl ein, was man am Wochenende zu essen machen konnte. Was ich ein wenig schade fand ist, das Xenia viele Dinge nicht gegessen hatte, weil sie ihr nicht schmeckten, sondern weil ihr die Optik scheinbar nicht zusagte, denn sie hat vieles einfach nicht probieren wollen.
Das war schwierig. Manchmal haben wir Essen gekocht mit der Überlegung, das auch Xenia das bestimmt essen würde, und dann hat sie weinend und brüllend auf ihrem Stuhl gesessen weil sie sich auf was zu Essen freute, ihr das Angebotene aber nicht zusagte. Oftmals konnte man sie nur überzeugen, in dem man über irgendwelche Tricks (Nuckel in das Essen getunkt o.ä.) ihr den Geschmack präsentierte. Wenn sie dann wusste, dass es doch nicht so übel war, hatte sie auch ganz bereitwillig gegessen. Aber selbst wenn sie das Essen kannte, gab es am Anfang oftmals erst mal Terror.
Was auch sehr anstrengend war, war die Phase in der sie das Essen absichtlich auf den Boden geschmissen hatte. Da flog so einiges an Brot, Käse, Wurst und Trinkbecher durch die Gegend. Und das „Ermahnen“ brachte genau nichts. Im Gegenteil, genau das animierte sie erst recht weiter zu machen. Irgendwann haben wir dann mal im Internet recherchiert. Relativ eindeutige Empfehlung wie man mit dieser „Phase“ umgeht: Ignorieren. Also einfach nicht darauf reagieren. Man sieht im Augenwinkel das sie was runterschmeißt? Nicht hinschauen. Einfach weiter essen und am Ende der Mahlzeit alles ohne Kommentar aufsammeln. Witzig war, dass sie die runter geworfenen Essensreste oftmals selber aufsammelte und in sich rein stopfte. Wir fragten uns dann immer, warum sie das nicht gleich am Tisch gegessen hatte?
Egal, die Empfehlung hat tatsächlich geholfen. Dauerte nicht lange und sie hatte das Interesse daran verloren.
Heute kann ich sagen, dass wir diese „Phasen“ überstanden haben und Xenia mittlerweile eine gute und relative saubere Esserin geworden ist. Klar schmiert sie sich auch schon mal Joghurt in ihre Haare, weil was davon an der Hand klebte, oder Mund und Nase kleben durch die Marmelade, aber insgesamt isst sie sehr ordentlich.
Ganz großer Fan ist sie von allen Milchprodukten. Milch in ihrem Trinkbecher süffelt sie fast in einem Atemzug aus. Käse schlingt sie regelrecht runter und bei der Frage ob sie ein Joghurt oder Quark will, fangen die Augen an zu leuchten.
Was wir auch recht frühzeitig angefangen haben ist ihr das Essen mit einem Löffel beizubringen. Es ist erstaunlich, seit dem sie den Dreh raus hat, will sie nur noch alleine mit dem Löffel essen … es gibt immer ganz großes Gemeckere wenn einer von uns ihr da mal helfen will. Das geht gar nicht!
Bezüglich naschen ist Xenia meistens sehr genügsam. Sie bekommt Süßkram auf Zuteilung und meistens ist es so, dass sie nicht großartig bettelt wenn die Ration alle ist.
Es ist sehr schön für die Kleine da keine Extrawurst mehr machen zu müssen. Klar gibt es bestimmte Dinge die wir nur für sie kaufen, weil sie diese gerne isst, aber ansonsten ist alles einfacher geworden. Und ich, der auch gerne isst, finde es immer wieder spannend Xenia mal neue Dinge probieren zu lassen.
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