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Frontalgeschichten

28. August 2009 Schmidtie Keine Kommentare

Dass wir in einer Mietwohnung wohnen sollte ja mittlerweile bekannt sein. Das wir eine vom Vermieter gestellte Einbauküche drin haben auch. Auch bekannt sollte sein, dass wir eine Spülmaschine haben (was an sich jetzt nichts Besonderes ist). Was ich aber, glaube ich zumindest, noch nicht erwähnt hatte ist, dass diese Spülmaschine zwar nicht direkt zur Küche gehörte, uns aber vom Vermieter mit dem Kommentar „ist vom Vormieter und noch ganz neu“ übergeben wurde.

So ganz neu sah sie als dekorfähige Spülmaschine (vorne / oben die Bedienelemente, darunter eine Dekor-Holzplatte) gar nicht aus, aber innen machte die Miele-Maschine schon was her. Blitzblank geputzt und mit einer praktischen Besteckschublade … als Ersatz für den sonst so üblichen Korb.

Im Betrieb zeigte sich schnell dass sie nicht wirklich neu war. Der Deckel zum Klarspülerfach hielt nicht mehr von alleine … mal davon abgesehen das die ganze Einheit ohnehin nicht funktionierte und gar keinen Klarspüler abgegeben hat … und das Sieb unten war durchgerostet, so dass ich mir da Ersatz bestellen musste.

Uns war das aber erst mal egal, denn ansonsten hatte sie ihren Dienst getan und dank der neuen 128 in 1 Spülitabs sind ja zusätzliche Dinge wie Klarspüler gar nicht mehr nötig.

Dennoch haben meine Frau und ich uns gefreut als plötzlich das Angebot meiner Eltern kam, das wir uns doch einen neuen Geschirrspüler aussuchen könnten und sie uns den bezahlen! Die Rahmenbedingungen machten die Suche allerdings etwas schwierig … es gab nicht nur (den verständlichen) finanziellen Rahmen sondern auch die Prämisse beim Ottoversand zu bestellen. Das lag einfach daran dass meine Mutter beim Ottoversand als Sammelbestellerin geführt wird und damit einige Vorteile genießt.
Meine Frau hatte den Wunsch wieder eine Besteckschublade haben zu wollen und ich wollte eine Vollintegrierbare haben, die man im geschlossenen Zustand eben nicht mehr sieht.

Um es kurz zu machen, wir haben irgendwann eine gefunden, bestellt, geliefert bekommen und eingebaut. Einziger offener Punkt: Eine zur Küche passende Front musste noch her.

Wir hatten in der Küche damals an einer Wand noch eine freie Fläche, an der wir uns eine zusätzliche und deutlich höhere Arbeitsfläche montierten. Und diese Arbeitsfläche ist eine sehr preiswerte aus dem Baummarkt die zu 100% dem Dekor der vorhandenen Arbeitsflächen entspricht. Es war zu vermuten, dass die komplette Küche eine aus dem Baummarkt stammende einfache preiswerte ist.

Mit dieser Vermutung bin ich frohen Mutes in den Baummarkt um da nach einer passenden Front zu schauen.

Und tatsächlich, dauerte nicht lange und ich hatte in der Küchenabteilung das richtige Dekor gefunden. Mitnehmen konnte ich mir da aber nichts … die gesuchte Front musste erst bestellt werden. Der Hersteller hat dazu verschiedene vorgefertigte Geschirrspülfronten im Angebot … für dekorfähige und eben auch für vollintegrierbare Maschinen. Es gab sie als volle Fläche oder unterteilt (oben ein schmales Stück in der Größe einer Schubladenfront und darunter ein durch Stifte miteinander verbundenes größeres Stück). Genau so eine unterteilte wollte ich, damit es optisch zu dem Schrank daneben passt.

Der Verkäufer meinte, es gehöre noch ein Griff dazu. Ich hatte auch einen alten Griff dabei um das passende Modell zu finden. Leider gab es diesen Griff aber nicht mehr. Da laut Verkäufer es aber preislich keinen Unterschied machte ob ich diese Front nun mit oder ohne bestelle und ich da dann mal durchaus geizig bin, habe ich eben einen aus dem vorhandenen Sortiment ausgesucht. Man hat ja dann immer noch die Möglichkeit weitere Griffe zu kaufen um die restlichen Schränke der Optik anzupassen.

44,51 Euro kostete diese Front! Das war schon ein Hammerpreis … und das für eine einfache Frontplatte in einem extra schlichten Dekor. Nun gut, ich brauchte sie ja … nicht nur weil die Spülmaschine ja nur ihre metallene nackte Front präsentierte, sondern auch, weil die Tür ohne das Gewicht einer Holzplatte einfach nicht offen blieb und durch den Federzug immer wieder zuklappte.

Letzte Woche erhielt ich dann den Anruf, dass meine Bestellware da wäre. Also ging es am Freitag zum Abholen zum Baummarkt.

Am Samstagvormittag (meine Mädels habe ich außer Haus geschickt) sollte sie montiert werden. Kaum ausgepackt habe ich sie gleich wieder einpacken müssen. Warum? Weil es nicht die Ware war, die ich bestellt bzw. gewollt hatte! Das Dekor stimmte zwar und es war auch eine Platte für einen Geschirrspüler, aber eine für eine dekorfähige! Und der Griff fehlte auch.

Blöd war aber, dass die Artikelnummern auf dem Karton 1:1 mit meinem Bestellschein übereinstimmten und Bestellware eigentlich vom Umtausch ausgeschlossen ist. Das machte das Ganze zu einem Problem. Denn was ist, wenn ich die auf dem Bestellschein vermerkte und mit meiner Unterschrift verbindlich bestellte Ware bekommen hatte und es nur die falsche Frontplatte war, weil der Verkäufer einfach mal das Falsche auf dem Bestellschein notiert hatte?

Anhand der Bezeichnungen „TIGS 594, 829 weiß, Griff 326“, welche auf dem Bestellformular aufgedruckt war, konnte ich nun wahrlich nicht erkennen was sich dahinter verbirgt. Also habe ich dem Verkäufer natürlich vertraut und blindlings unterschrieben … immerhin habe ich ihm ja mehrfach erzählt was ich wollte und mir sogar mit Ihm im Katalog den Artikel angeschaut.

Der Baummarkt hätte zu Recht sagen können „das haben sie bestellt und das haben sie auch bekommen. Kein Umtausch!“ und ich hätte erst mal beweisen müssen, das der Verkäufer sich vertan hat.

Es gab aber ein relativ gutes Indiz was für mich gesprochen hätte: Warum sollte bei einer Front für eine dekorfähige Spülmaschinen ein Griff inklusive sein? Die Spülmaschine hat doch dann an der Bedienleiste einen eigenen Griff.

Mit diesen Gedanken bin ich gleich wieder zum Baumarkt gefahren und es stellte sich letztendlich heraus, das es genau so war wie ich es befürchtet hatte: Ich habe genau die Ware bekommen wie sie bestellt wurde. Der Verkäufer hatte sich wirklich vertan. Er hatte an dem Samstag natürlich keinen Dienst um ihn darauf anzusprechen, wobei sich ohnehin die Frage stellte ob er mich bei Anwesenheit überhaupt hätte erkannt.

Die Artikelbezeichnung der Front die ich brauchte lautete nicht „TIGS 594“ sondern „TIGS 594-17“. Es fehlte die 17! Das war’s schon!

Der gerade anwesende Verkäufer glaubte mir meine Geschichte und nahm die Platte zurück. Er erklärte mir auch, das bei Nachbestellungen zu einer Küche NIE Griffe dabei wären … deshalb fehlte diese in meiner Lieferung auch. Einzig, wenn ich eine komplette Küche kaufen würde sind sie im Preis inbegriffen.

Was war da nur mit dem anderen Verkäufer los?

Er machte für mich gleich eine neue Bestellung für die richtige Front auf und nahm meine bisherige Zahlung als Anzahlung auf … denn die neue Platte soll 100,36 Euro kosten! Wahnsinn! Der Preisunterschied steht überhaupt nicht in Relation zu dem mehr, was ich bekommen werde.

Nun heißt es wieder bis zu 3 Wochen warten. Mal schauen, wann ich der Geschirrspülmaschine endlich ihr neues Gesicht geben kann.

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